Erfolgreicher antifaschistischer Aktionstag / 350 Menschen auf antifaschistischer Demo

Für den 11.Oktober 2014 hatten verschiedenste antifaschistische Kräfte zu einem Aktionstag im baden-württembergischen Göppingen aufgerufen. In den vergangenen beiden Jahren waren Nazis an Oktoberwochenenden in Göppingen maschiert. Der ursprünglich für dieses Jahr angekündigte Aufmarsch war nach internen Unstimmigkeiten von den Faschisten abgemeldet worden. Dennoch mobilisierten AntifaschistInnen nach Göppingen, um einerseits möglichen Spontanaktivitäten der Nazis entgegentreten zu können und um andererseits klar Postion für einen aktiven Antifaschismus und gegen die Kriminalisierung antifaschistischer Blockaden in den vergangenen Jahren zu demonstrieren.

Antifaschistische Kundgebung und kreative Mobilisierungsaktionen

Bereits um 10 Uhr morgens begannen etwa 50 AntifaschistInnen den Aktionstag mit dem Aufbau der ganztägigen Kundgebung vor dem Göppinger Bahnhof. Mehrere Pavillions, Infotische, Stellwände und Reden informierten den gesamten Tag über AktivistInnen und AnwohnerInnen. Ergänzt wurde die Kundgebung durch eine vegane Vokü und Musik. Über den Vormittag hinweg wuchs die Kundgebung stetig auf etwa 80 Personen an. Faschistische Aktivitäten konnten derweil nicht ausgemacht werden. Den Aktionsraum nutzten die anwesenden AktivistInnen und informierten mit Flugblättern, aufgehängten Transparenten und Kreideflashmobs in der Göppinger Innenstadt PassantInnen. Für Erheiterung sorgten die zahllosen, etwas hilflos wirkenden Versuche der lokalen Staatsschutzbeamten inkognito die Kundgebung zu infiltrieren. Immer wieder scheiterten sie an der Wachsamkeit der KundgebungsteilnehmerInnen und wurden mit Nachdruck von der Kundgebung verwiesen. Noch etwas schlechter erging es einem Mitglied der „Identitären Bewegung“ der durch mehrere AntifaschistInnen von der Kundgebung geworfen wurde.

Der gemeinsamen Einladung des Vereins „Kreis Göppingen Nazifrei“ und Stadt Göppingen zu einer Kundgebung auf dem Markplatz folgten etwa 120 Personen. Ein Großteil der dortigen RednerInnen setzten in ihren Beiträgen antifaschistisches Engangement mit der menschenverachtenden Gesinnung der Faschisten gleich und distanzierten sich von den großen antifaschistischen Protesten der vergangenen Jahre. Trauriger Höhepunkt der Kundgebung war eine auf der Bühne aufgehängte Südstaatenfahne, die auch nach mehrmaliger Intervention durch AntifaschistInnen von den VeranstalterInnen, rund um Grünen Stadtrat Alex Maier, nicht entfernt wurde.

Antifaschistische Demonstration

Gegen 16 Uhr startete die Auftaktkundgebung der antifaschistischen Demonstration vor dem Göppinger Bahnhof. Bis etwa 16.30 Uhr wuchs die Zahl der KundgebungsteilnehmerInnen auf über 300 an. In der Auftaktrede ging die RednerIn des überregionalen Aktionsbündnisses „Nazis stoppen!“ ging auf die Ereignisse der vergangenen Jahre ein. Neben den massiven Polizeieinsätzen mit über 100 verletzten AntifaschistInnen thematisierte sie insbesondere die Rolle der Stadt Göppingen im Umgang mit den lokalen Nazistrukturen. Die Stadt hatte diese seit ihrem Entstehen verleugnet, später verharmlost und in der Öffentlichkeit gegen antifaschistischen Protest gehetzt. Auch der Göppinger Oberbürgermeister Till lies sich kurzzeitig im Schutz der Polizei an der Kundgebung sehen, die Kritik an seiner Person ließ ihn jedoch schnell den Ort des Geschehens verlassen.

Die Demonstrationsroute führte die etwa 350 TeilnehmerInnen entlang des Innenstadtbereiches in die Göppinger Nordstadt. Mit Parolen wie „Göppingen ohne Polizei – wär‘ schon lange nazifrei!“ und „Runder Tisch hält große Reden – Antifa heist kontra geben!“ zog die Demonstration lautstark vor das Wohnhaus des ehemaligen Landesvorsitzenden der faschistischen Partei „Die Rechte“ Daniel Reusch. Vor dem Wohnort des ehemals selbsternannten Anführers der „Autonomen Nationalisten Göppingens“,  betonte ein Redner mehrerer antifaschistischer Gruppen aus Baden-Württemberg, die Notwendigkeit verschiedener Aktionsformen gegen Nazis. In seinem Beitrag thematisierte der Redner zudem die langjährige antifaschistische Arbeit vor Ort und betonte die Erforderlichkeit organisierter und kontinuierlicher antifaschistischer Arbeit.

Im Anschluss an die Kundgebung zog die Demonstration in Richtung Göppinger Marktplatz, der jedoch aufgrund der Blockadehaltung des Vereins „Kreis Göppingen Nazifrei“ nicht passiert werden konnte.
Mit einem Stopp der Demonstration und einer spontanen Zwischenkundgebung in unmittelbarer Nähe zum Markplatz, reagierten die TeilnehmerInnen auf die Entsolidarisisierung.
Ein Redner der Roten Hilfe Stuttgart ging auf die massive Repression gegen engagierte AntifaschistInnen durch die Polizei und Staatsanwaltschaft ein und versicherte allen Betroffenen die volle Unterstützung und Solidarität.
Auf dem Weg zurück zum Göppinger Bahnhof sorgte eine bengalische Fackel für einen kurzen Schreckensmoment bei den eingesetzten Polizeikräften, bevor ein Redner der Antifaschistischen Gruppe Göppingen bei der Abschlusskundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz sprach.

Fazit

Mit annähernd 350 TeilnehmerInnen stellte die antifaschistische Demonstration am Abend den mit Abstand größten Beitrag zu den Aktivitäten gegen Rechts am 11. Oktober 2014. Die Extremismushetze der lokalen Politprominez konnte hingegen weit weniger Menschen mobilisieren. Viele PassantInnen solidarisierten sich mit dem Anliegen und der politischen Stoßrichtung der antifaschistischen AktivistInnen und die Nazis bekamen 2014 keinen Fuß auf Göppingens Straßen.

Gerade wegen der unglaublich schwierigen Ausgangsbedingungen für antifaschistische Arbeit in Göppingen, kann die Demonstration als Erfolg gewertet werden. Im Unterschied zu vielen anderen haben sich die AktivistInnen nicht durch Extremismusphaselei, staatlicher Repression und medialer Hetze von ihrem Weg abbringen lassen und haben mit dem Aktionstag in Göppingen 2014 ein entschlossenes Zeichen gesetzt.

Daran gilt es anzuknüpfen, denn das Naziproblem in Göppingen ist in alter Form zwar Geschichte, das faschistische Potential jedoch weiterhin vorhanden. Und auch die städtische Politik kann als positiver Standortfaktor für rechte Aktivitäten gewertet werden.

In diesem Sinne: Wir bleiben dran!
Faschisten auch weiterhin konsequent bekämpfen!
Antifaschistisches Engagement ist und bleibt legitim!

Hintergrundinfos
Aufrufe: Rote Hilfe OG Stuttgart | Nazis stoppen! | Wir bleiben dran! – Kampagne | Antifa Göppingen

www.dran-bleiben.tk

 

Antifaschistischer Demonstrationszug durch Göppingen

Bengalische Fackel

Antifaschistischer Demozug

Die antifaschistische Aktion aufbauen

Mobiaktion am Göppinger Bahnhof

Kreideaktion auf der antifaschistischen Kundgebung

Ergebnis der Kreideaktion

Oberbürgermeister Till umringt

Weitere Mobiaktion in der Göppinger Innenstadt

Infotisch auf der antifaschistischen Kundgebung

Vertriebener Identitärer

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Unsere Twittermeldungen vom Aktionstag

Hier eine Übersicht unserer heutigen Twittermeldungen, ganz aktuell findet ihr alle hier: https://twitter.com/Dranbleiben2014
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Letzte Infos zum 11. Oktober in Göppingen

Für den 11. Oktober 2014 planen verschiedenste antifaschistische Kräfte im baden-württembergischen Göppingen einen Aktionstag. Anlass war urpsrünglich die für dieses Datum angesetzte jährliche Nazidemo. Nach der Abmeldung des faschistischen Aufmarsches wollen AntifaschistInnen den Tag nutzen, um einerseits Präsenz zu zeigen und möglichen spontanen faschistischen Aktivitäten zu begegnen und andererseits ein klares Zeichen gegen die staatliche Repression gegen antifaschistische Proteste zu setzen. Anlass hierfür ist die Kriminalisierungswelle im Nachgang der antifaschistischen Aktivitäten gegen die süddeutschlandweiten Naziaufmärsche im Oktober 2012 und 2013 in Göppingen.

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Neues Material eingetroffen

FlyerWeiteres Kampagnenmaterial ist eingetroffen. Wenn ihr Plakate, Aufrufe oder Flyer zugeschickt bekommen wollt, dann schickt uns eine Email an dran-bleiben[a]riseup.net.

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Auch NAZIS STOPPEN bleibt dran – Demonstration am 11. Oktober

Auch das Bündnis „NAZIS STOPPEN“ hat einen eigenen Aufruf zur Demonstration am 11. Oktober in Göppingen veröffentlicht. „NAZIS STOPPEN“ besteht aus mehr als 70 Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen und hatte es sich letztes Jahr zur Aufgabe gemacht mittels Blockaden den Naziaufmarsch am 12. Oktober 2013 zu verhindern und erzielte trotz polizeilicher Übermacht und massiver Repression zumindest einen Teilerfolg, indem es ihnen gelang die Route der Nazis massiv einzuschränken und zu verkürzen.

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Rote Hilfe bleibt ebenfalls dran

Die Rote Hilfe Ortsgruppe Stuttgart hat einen eigenen Aufruf für die Demonstration am 11. Oktober in Göppingen veröffentlicht und ruft in diesem dazu auf sich nicht einschpüchtern zu lassen und gemeinsam und entschlossen gegen Repression zu demonstrieren. Weiterlesen

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Runder Tisch in Göppingen – AntifaschistInnen bleiben dran

Am Freitag den 19. September fand in Göppingen der runde Tisch gegen Extremismus statt. Mehrere AntifaschistInnen nahmen dies zum Anlass um das erneute Verschweigen und Verhamlosen von Nazi Aktivitäten durch den Göppinger Oberbürgermeister Guido Till zu thematisieren und die Umbenennung des „Runden Tisch gegen Rechts“ in „Runder Tisch gegen Extremismus“ zu kritisieren. Der Göppinger Oberbürgermeister zog sich mit der Zusage einen Redebeitrag auf der Kundgebung des Bündnisses „Kreis Göppingen Nazifrei“ (KGN) halten zu werden und einen gemeinsamen Aufruf der Stadt Göppingen mit dem KGN zu versuchen geschickt aus der Schusslinie. Zudem sicherte der Göppinger Oberbürgermeister zu, offen zu legen, falls die Faschisten noch einen Aufmarsch für den 11. Oktober anmeldet sollten. In der Vergangenheit wurden die Lippenbekentnisse von Guido Till immer wieder gebrochen. Wir werden uns auch in Zukunft nicht auf die Worte einzelner Politiker verlassen, sondern uns den Nazis aktiv auf der Straße in den Weg stellen. Für einen aktiven Antifaschismus – Wir bleiben dran

Folgender Bericht wurde auf der Internetplattform Indymedia Linksunten veröffentlicht:

Bereits zum wiederholten Mal lud der Göppinger Oberbürgermeister zum „Runden Tisch“ ins Göppinger Rathaus ein. Fanden die Veranstaltungen bisher unter dem Motto „Runder Tisch gegen Rechts“ statt, vollzog formierte OB Till nun die Veranstaltung zum „Runden Tisch gegen Extremismus“ um.

Mehrere AntifaschistInnen nahmen den „runden Tisch“ zum Anlass um gegen das Verschweigen einer Nazi-Kundgebung der Partei „Der Dritte Weg“ am 30. August 2014 zu protestieren. Trotz anderslautendem Beschluss im Stadtrat, hielt es OB Till nicht für nötig den Stadtrat oder die Öffentlichkeit über die Anmeldung der rechten Kundgebung zu unterrichten und ermöglichte es den Faschisten somit ihre Kundgebung fast ungestört durchzuführen.

Mit mehreren Schildern mit Sprüchen, wie “Nazis hetzen – Till bleibt still“, „OB Till macht was er will“ und „Till der Schweiger“ enterten die AktivistInnen den Tagungsraum im Rathaus und verteilten thematisch passende Flugblätter. Deren Text thematisierte, neben dem Verschweigen der faschistischen Kundgebung, auch die Umbenennung des „runden Tisches gegen Rechts“ in „runder Tisch gegen Extremismus“ und setzte das bisherige Verhalten der Stadtverwaltung in Beziehung zum Erstarken der sogenannten „Autonomen Nationalisten Göppingen“.

Nach etwa 20 Minuten verließen die AntifaschistInnen das Rathaus und verteilten auf dem Göppinger Marktplatz noch mehr als hundert Flyer.

Kommt am 11. Oktober 2014 mit uns in Göppingen auf die Straße um gegen faschistische Umtriebe und staatliche Repression zu demonstrieren.

Für einen aktiven Antifaschismus!

Antifaschistische Demonstration
11. Oktober | 16 Uhr | Göppingen Bahnhof
ab 10 Uhr ganztägige antifaschistische Kundgebung vor dem Bahnhof in Göppingen

Weitere Infos: www.dran-bleiben.tk | www.gp-nazis-stoppen.tk

Pressebericht:
Göppinger Koalition gegen die Nazis – OB Till sucht Schulterschluss

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Erste Presseberichte

Protest gegen rechte Aufmärsche in Göppingen im Jahr 2013Mehrere Medien berichten inzwischen über die geplanten Aktionen am 11. Oktober in Göppingen und erwähnen unsere Demonstration.

 

 

 

Demo in Göppingen auch ohne Neonazis (SWP)
Antifa demonstriert auch ohne Nazis (Stuttgarter Nachrichten)

Aktionstag in Göppingen – Antifa demonstriert auch ohne Nazis (Stuttgarter Zeitung)

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Erste Plakate im Stadtbild aufgetaucht

PlakateDie ersten Plakate für die Demonstration am 11. Oktober wurden in der Göppinger Innenstadt gesichtet. Zudem wurden bereits die ersten Materialanfragen beantwortet und die ersten UnterstützerInnen haben den Aufruf unterzeichnet.

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Material verfügbar!

xyzDas erste Kampagnenmaterial ist eingetroffen. Wenn ihr Plakate oder Aufrufe ordern wollt dann schickt uns eine Email an dran-bleiben[a]riseup.net.

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